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Erste Hilfe unter Wettkampf Bedingungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Michael Allemann   
Donnerstag, 27. November 2008 um 13:50

Erfahrungsbericht zu den Schweizerischen Samariterwettkämpfen.


SCHWARZSEE: Zweihundert Samariterteams aus allen Regionen der ganzen Schweiz trotzten dem kalten, regnerischen Wetter und standen an den Schweizerischen Samariterwettkämpfen im Einsatz. Der Samariterverein Schwarzenburg war mit zwei Teams vertreten. In der Kategorie A kämpfte das Team Blackburry One mit Maria Rohrbach, Walter Hinni, Hans Mayer und Michael Allemann um eine gute Platzierung. In der Kategorie B versuchte das Team Qula mit Erika Hirschi, Ursula Mäder, Beatrice Weber und Anita Zurbrugg eine vordere Rangierung zu erreichen. 

 


Das Blackburry One Team durfte bereits am Samstag den 13. September zum ersten Teil der Wettkämpfe antreten. Leider konnte unser Team wegen eines kurz vorher erlittenen Unfalles von Hans Mayer nicht mehr komplett antreten. Nun waren wir nur noch zu dritt. Wir wollten nicht in Lethargie verharren, sondern konzentrierten unsere Kräfte auf den Orientierungslauf (OL). Bei der  Ankunft in Schwarzsee hatte sich die Wetterlage nicht verbessert, nein es herrschte sogar noch ein raueres Klima. Wir bezogen unsere Unterkunft und wärmten uns anschliessend auf um in einer guten körperlichen Verfassung an den Start um 14:58 Uhr zu gehen. Uns  erwartete ein Score – OL das bedeutete wir hatten 75 Minuten Zeit um möglichst viele Posten anzulaufen.
Diese OL – Posten wurden unterschiedlich gewichtet. Die am weitesten weg und am höchstgelegenen Posten würden die meisten Punkte einbringen. Ein erster Blick auf die OL Karte kurz vor dem Start zeigte deutlich, es stand kein flacher OL um den Schwarzsee auf dem Programm, sondern einer mit zum Teil happigen Steigungen. Nachdem wir uns fünf Minuten mit der Karte vertraut machen konnten fiel bereits der Startschuss und die Zeitlimite von 75 Minuten begann abzulaufen. Schon bald verliessen wir das flache Terrain um in die in die Anhöhen der Bergwelt zu steigen. Die ersten Posten konnten wir noch auf den vorhandenen Wegen erreichen. Nach dem vierten Posten mussten wir die Wegstrecken verlassen um am Hang entlang zu gehen damit möglichst wenig an Höhe verloren ging. Nach der Überquerung des Baches war auch der trockenste Winkel unserer Laufschuhe nur noch eine entfernte Erinnerung. Dies hielt uns nicht ab ein Posten nach dem anderen zielgerecht anzulaufen und dort mittels Postenzange zu quittieren. Unsere ständige Bewegung half uns dem Regen und der Kälte zu trotzen. Einzig unsere Karte wurde mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen. Nach 1 Stunde 11 Minuten und 51 Sekunden erreichten wir durchnässt, aber mit vollem Stolz alle OL – Posten gefunden und die Zeitlimite nicht überschritten zu haben das Ziel.
Nach dem Kräfteraubenden OL standen uns ruhigere Stunden bevor. Wir konnten uns auf einen gemütlicheren Abend freuen. Der Abend war dann ganz im Zeichen des fröhlichen Zusammenseins denn auch Erika und Ursula vom anderen Team trafen im Quartier ein und gesellten sich für den Rest des Abends zu uns. Wir konnten so bei angeregter und festlicher Stimmung im Festzelt zusammen feiern.  Der zweite Wettkampftag rückte gedanklich in weite Ferne. Trotzdem mussten wir an unseren nötigen Schönheitsschlaf denken und begaben uns daher zu einem vernünftigen Zeitpunkt ins Bett. Da die Nachtruhe sehr unterschiedlich eingehalten wurde, reichte es nicht Allen in Ruhe schlafen zu können.

Am zweiten Wettkampftag musste der Hahn unser zweites Team Qula schon sehr früh aus den Federn wecken. Die Startzeit für den Fachtechnischen Wettkampf war bereits um 06:45 Uhr. Leider konnte auch dieses Team nicht komplett antreten weil auch Anita wegen eines Spitalaufenthaltes ausfiel. Um diese Zeit herrschte noch Dunkelheit als das Team an den Start ging um die sechs Fachtechnischen Posten zu absolvieren. Unser Team Blackburry one konnte dagegen fast Ausschlafen. Unsere Startzeit war erst um 10:15 Uhr. Als wir an den Start gingen hatte unser zweites Team die Fachtechnischen Posten absolviert und konnte sich von den Strapazen erholen. Für uns fing der zweite Wettkampfteil erst an.


Der erste Posten war im Zeichen der Medikamentenlehre. Er enthielt einen theoretischen Frageblock und das Sortieren der unterschiedlichsten Medikamentenformen. Hier war zum Beispiel die Frage: Ist dies eine Creme, Salbe oder Paste? Bei jedem Posten war eine Zeitlimite von zehn Minuten vorgegeben. Beim zweiten Posten wurde uns sehr schnell klar, dass es sich hier um ein Fallbeispiel mit einer schwangeren Frau handelte. Nun mussten wir unser Wissen bei Gynäkologischen Notfällen sowohl praktisch wie auch theoretisch unter Beweis stellen. Eine mögliche Sanitätsdienstsituation wurde beim dritten Posten simuliert. Ein Vater kam mit seinem Kind auf unseren Posten. Das Kind wurde von einer Wespe in den Hals gestochen und nun hatte es Probleme beim Atmen. Die Frage nach einer möglichen allergischen Reaktion wurde mit ja beantwortet und so bestand der Verdacht eines Anaphylaktischen Schockes. Zu dritt hatten wir bereits alle Hände voll zu tun, als zusätzlich eine weitere Person mit akuten Bauchschmerzen zum Posten kam um unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die Aufgabe beim Posten vier hatte es in sich. Unser Team wurde sofort in zwei Gruppen aufgeteilt und an verschiedenen Orten gebracht. Maria und Walter durften sich mit typischen Atemwegserkrankungen im Kleinkindesalter auseinandersetzen. Neben Pseudokrupp wurden noch theoretische Fragen zum Thema Asthma, Obstruktive Bronchitis uns Epiglotitis gestellt. Meine Aufgabe lag darin, dass vor mir ein Säugling lag der etwas verschluckt hatte und nicht mehr atmete. Nun musste ich die notwendige Erste Hilfe Massnahmen direkt an diesem Säugling (als Baby – Phantom) anwenden.
Beim nächsten Posten lag im Wald ein ca. 14 jähriger Junge ansprechbar auf dem Boden. Auf die Frage ob er wisse was passierte, konnte er keine Auskunft geben. Unser Verdacht nach einem Schädel – Hirn – Trauma bestätigte sich. Wir kümmerten uns bei diesem vorletzten Posten in der vorgegebenen Zeit nach Besten Wissen um diese Person. Beim letzten Posten kam schreiend eine junge Frau auf uns gestürzt. Einen Teil ihres Daumes fehlte an der rechten Hand. Nach der Behandlung und kurzer Klärung war uns klar der Unfall passierte beim Holzhacken.
Dann hatten wir es geschafft. Das Absolvieren der sechs Posten war geschafft und der Wettkampf zu Ende. Dank den Anfeuerungen unseres zweiten Teams waren wir besonders erfolgreich.

 

Im Festzelt wartete auf uns ein warmes Mittagsessen. Bis zur Rangverkündigung zeigte uns der SAC (Schweizerischer Alpinen Club) noch eine Rettungsdemonstration.
Mit etwa Verspätung erfolgte dann die Rangverkündigung. Zu unser grossen Freude und Überraschung  wurde das Blackburry one Team als Sieger der Kategorie A ausgerufen. In der Kategorie B erreichte Qula den 68 Rang. Diese Resultate waren nur Dank dem engagierten mitmachen und einer tadellosen Teamleistung möglich. Neben dem Wettkampf konnten wir viel fachsimpeln, angeregte Gespräche führen und neue Bekanntschaften machen. Trotz Kälte, Anstrengung und Einsatz überwog die Freude an der Teilnahme dieses Anlasses.  

Michael Allemann

 

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